Eine Orientierungstour muss nicht kompliziert sein. Eine einfache Karte, ein paar Posten und ein Ziel genügen, damit ein Spaziergang zum Abenteuer wird. Die Kinder schauen sich aufmerksam um, ohne dass es sich nach Aufgabe anfühlt, und sie sind stolz, wenn sie ihr Ziel erreichen. Vorbereitet ist das Ganze in kurzer Zeit, und mehrere Familien können gemeinsam mitmachen.
Die Karte zeichnen
Zeichnet eine einfache Karte des Parks, des Gartens oder des Waldstücks. Markiert markante Punkte: ein grosser Baum, eine Bank, ein Brunnen, ein Spielgerät. Statt einer massstabsgetreuen Karte reicht eine Skizze, auf der die Kinder ihren Weg erkennen. Die Kinder können mitzeichnen und ihre eigenen Zeichen erfinden. Jeder Posten bekommt einen Namen oder ein Symbol. Einen Kompass braucht es nicht: Sonne, Kirchturm und Bach reichen als Orientierung.
Die Posten sind Punkte, die die Kinder finden müssen. An jedem hängt ein Zettel mit einer kleinen Aufgabe: einen Zapfen sammeln, ein Lied singen, auf einem Bein hüpfen oder einen Ast aufheben. Ein Erwachsener hängt die Zettel vorher auf oder verteilt sie unauffällig. Die Posten dürfen gern lustig sein und mit einer kleinen Überraschung verbunden werden.
Kleine Kinder gehen am besten mit einem Erwachsenen und einer Karte, auf der nur wenige Punkte eingezeichnet sind. Grössere Kinder können in kleinen Gruppen losgehen und sich gegenseitig helfen. Sprecht vorher ab, wo sich alle treffen und welches Zeichen bedeutet, dass die Tour zu Ende ist. Ein Pfiff oder ein lauter Ruf genügt.
Wo es sich eignet
Ein übersichtlicher Park ist einfacher als ein grosser Wald, in dem man sich leicht verläuft. Bleibt auf bekannten Wegen und in Rufweite. Achtet darauf, dass niemand allein an Wasser, Strassen oder steile Stellen kommt. Wer eine Pause braucht, macht sie, und wer schneller ist, wartet auf die anderen.
Am Ende kommen alle beim Ziel zusammen und erzählen, wie sie gegangen sind, welche Posten sie gefunden haben und wo es am schwierigsten war. Ein kleiner Znüni auf der Decke rundet den Ausflug ab. Manche Kinder wollen gleich eine neue Karte zeichnen, und dann wird die nächste Tour von ihnen selbst vorbereitet. So wächst aus einem Nachmittag eine kleine Tradition.